Wir wissen nicht, woher diese Wesen kommen, noch wie sie sich selbst nennen, gehen jedoch davon aus, dass ihre Heimatwelt in einem anderen Sonnensystem liegt. In Ermangelung eines besseren Begriffes verwenden wir für eine dieser Spezies die Bezeichnung „Predator“.
Die erste Begegnung der Neuzeit, die ein Mensch überlebte, um davon zu berichten, ereignete sich 1987 im Dschungel Südamerikas. Ein Team der US Special Forces unter dem Befehl von Major Dutch Schaefer (Personalakte und Einsatzbericht siehe Anhang 1), das sich in einer als „top secret“ klassifizierten Mission dort aufhielt, war bereits auf dem Rückweg, als es von einem dieser Wesen angegriffen wurde. Nach und nach fielen ihm sämtliche Teammitglieder zum Opfer, lediglich Major Schaefer überlebte. Es gelang ihm, den Gegner so schwer zu verwunden, dass dieser den Kampf aufgab und sich durch Zünden eines am Körper getragenen Sprengsatzes selbst tötete.
Spätere Untersuchungen ergaben, dass die Einheimischen jener Gegend schon seit mehreren Generationen (ein genauer Zeitraum war nicht feststellbar) immer wieder Konfrontationen mit Predators erlebten. Man nannte sie „den Dämon, der aus unseren Männern Trophäen macht“. Das resultiert aus der Jagdart der Predator: Frauen und Kinder wurden geschont, Männer dagegen im Dschungel getötet, ihre Körper enthäutet und kopfüber aufgehängt.
1997 erschien ein Predator zur Jagd in einer urbanen Umgebung, soweit wir wissen, erstmalig und zwar in Los Angeles, Kalifornien, USA. Natürlich ist es denkbar, dass Ähnliches auch schon vorher geschah, allerdings gibt es keine Indizien dafür.
Dieser neue Predator wurde von der städtischen Polizei gejagt, die hinter seinen Aktivitäten einen „gewöhnlichen“ Serienkiller vermutete. Lediglich ein Beamter, Detective Mike Harrigan, erkannte die Wahrheit. Parallel dazu suchten Agenten der US-Regierung nach dem gleichen Wesen, um seine Technologie für eigene Zwecke zu sichern. Diese Aktion war allerdings ein Fehlschlag, der dem gesamten Team das Leben kostete. Detective Harrigan gelang es nur knapp, den Gegner auszuschalten.
Dann ereignete sich noch etwas Überraschendes: als die Leiche des Predators von dessen Artgenossen abgeholt wurde, überreichte einer von ihnen dem Polizisten eine Art Andenken und zwar eine irdische Steinschlosspistole aus dem Jahr 1715, die nach fachlichen Untersuchungen als echt klassifiziert wurde (detaillierter Bericht siehe Anhang 2). Dies verlegte den Zeitpunkt des ersten möglichen Auftretens der Predator weiter zurück, als selbst die Skeptiker hatten glauben wollen.
Im Jahr 2004 wurde die Lage komplexer. Der Forschungssatellit eines Privatunternehmens, der Weyland Corporation, Inhaber Charles Bishop Weyland (Firmenakte siehe Anhang 3), ortete in der Antarktis eine Wärmequelle, die auf eine 600 Meter unter dem Eis befindliche Pyramide hindeutete. Diese musste, so die erste Schlussfolgerung, zu einer Zeit errichtet worden sein, als die Antarktis noch eisfrei war. Mr. Weyland stellte ein Team von Experten zusammen, um das zu untersuchen und begleitete die Expedition auch selbst. Sie geriet in der Pyramide in eine Konfrontation zwischen mehreren Predators und einer weiteren, bisher unbekannten Spezies. Die Wissenschaftler erkannten in den Ereignissen ein Muster, das auf einen Initiations-Ritus der Predator hindeutete, wie es ihn äquivalent auch in irdischen Gesellschaften gibt: junge Männer unterziehen sich einer Reihe von extremen körperlichen und seelischen Herausforderungen, die sie bestehen müssen, um in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen zu werden.
Am Ende überlebte lediglich ein Mitglied des Teams, Dr. Alexa Woods, die sich während der Kämpfe mit einem der Predator verbünden konnte. Dieser respektierte offenbar ihren Mut, denn er kennzeichnete sie mit dem gleichen Symbol, das er selbst trug. Er starb, seine Leiche wurde wiederum von Artgenossen geborgen und Dr. Woods erhielt von deren Anführer ebenfalls ein Geschenk: einen High-Tech-Kampfspeer, wie ihn auch die Predator selbst benutzen (ausführlicher Bericht von Dr. Woods siehe Anhang 4).
Das zur Verfügung stehende Datenmaterial erscheint also recht dürftig, dennoch sind die bisher gewonnenen Erkenntnisse erschreckend. Wir wussten schon zuvor durch die Wahrscheinlichkeitsrechnung, dass das Universum voller Planeten ist, auf denen sich Leben entwickeln könnte. In den letzten Jahren wurde die Existenz von immer mehr Welten ausserhalb unseres Sonnensystems bewiesen (vgl. Wikipedia, Stichwort „Exoplanet“), aber nichts konnte uns darauf vorbereiten, dass „unsere Welt“, wie wir die Erde so stolz nennen, schon seit mindestens achttausend Jahren der Spielplatz einer überlegenen Zivilisation ist, denn so lange ist es her, dass die Antarktis zuletzt eisfrei gewesen ist (Zeitangabe nach Erkenntnissen, die das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ bei einer Antarktis-Expedition im Februar und März 2007 gewonnen hat).
Die Predator fühlen sich uns gegenüber zu nichts verpflichtet. Sie respektieren persönlichen Mut, scheinen allgemein eine Art Ehrenkodex zu besitzen, der ihnen z. B. verbietet, Wehrlose anzugreifen und sie haben wahrscheinlich beobachtet, dass wir in den letzten Jahrhunderten technische Fortschritte gemacht haben, auch wenn diese im Vergleich zu ihnen selbst eher kläglich anmuten. Dennoch haben sie nicht die geringste Angst vor uns. Sie verwendeten in 2004 auf der Erde noch immer die gleiche Ausrüstung wie 1987 und wir müssen zugeben, dass diese gegenüber allem, was wir aufbieten können, extrem fortschrittlich ist: ein Chamäleon-Tarnanzug von einer Perfektion, die nicht einmal die modernsten DARPA-Projekte erhoffen lassen [Anmerkung: es ist nicht einmal sicher, ob es sich um einen „Anzug“ handelt, es könnte auch sein, dass nicht die Kleidung diese Tarneigenschaft besitzt, sondern ein Energiefeld, denn manche Predator werden ohne Tarnung als nur spärlich bekleidet beschrieben], ein Laserpointer, der eine auf ihrer Schulter sitzende Energiewaffe steuert, deren Feuerkraft offenbar flexibel variiert werden kann und die wir rein theoretisch für einen Plasma-Werfer halten, weil wir in der Praxis nicht fähig sind, etwas Derartiges zu bauen, ein Harpunen-Gewehr, ein Mehrzweck-Kampfmesser von wahrlich Furcht erregender Grösse und Stärke, ausfahrbare Stahlklauen am Arm, gegen die sogar ein Wolverine reichlich alt aussieht, eine Art Bumerang mit mehreren Metallklingen, ein Fangnetz aus scharfen Metallfäden, das sich automatisch um die Beute zusammenzieht und sie verletzt oder tötet und endlich der erwähnte Kampfspeer, der sich teleskopartig zusammenschieben lässt. Dazu kommt ein enorm gutes Wearable-Computing-System für verschiedene Zwecke und als ultima ratio ein superkompakter thermonuklearer Sprengsatz.
Als wäre das aber noch nicht genug, sind auch die Predator selbst eine Art lebende Waffe, denn sie sind uns Menschen in Grösse und Körperkraft überlegen (grafische Darstellungen nach Augenzeugen-Berichten siehe Anhang 5).
Wohlgemerkt, dies alles sind nur die Waffen von zu Fuss kämpfenden Einzelwesen, also dem Äquivalent irdischer Infanterie. Was ein Predator unter „schweren Waffen“ versteht und womit etwa ihre Raumschiffe, die sich ebenfalls perfekt tarnen können, ausgerüstet sind, das können wir uns nicht einmal schlüssig vorstellen.
Dass ihre Spezies die interstellare Raumfahrt beherrscht, scheint da kaum mehr ins Gewicht zu fallen. Sie könnten in wenigen Stunden die Menschheit auslöschen und tun dies offenbar nur deswegen nicht, weil wir für einen solchen Aufwand nicht wichtig genug sind. Was für einen menschlichen Machthaber eine Arroganz wäre, die ihn am Ende selbst gefährdet, können sie sich spielend leisten.
Die zweite Spezies, die wir 2004 in der Antarktis kennen lernten, ist auf ihre Art nicht weniger gefährlich. Es scheint sich um Tiere zu handeln, von Dr. Woods provisorisch als „Schlangenwesen“ bezeichnet, die keinerlei Technik verwenden, sondern nur durch ihre gewaltige natürliche Kampfkraft wirken. Im Aussehen ähneln sie Dinosauriern der Gattung Velociraptor, sind aber grösser und schlanker, haben längere Arme, nach hinten und vorn verlängerte Köpfe und ihre „Zunge“ scheint ein innenliegendes Maul zu sein. Weiterhin ist ihr „Blut“ eine stark ätzende Säure und ihr langer, flexibler Schwanz bildet eine natürliche Stichwaffe, die imstande ist, einen humanoiden Körper zu durchschlagen. Auffällig ist, dass sie keine Augen besitzen, sich aber trotzdem mühelos orientieren können. Auch sie sind äusserst zäh gegen Kampfmittel aller Art, dabei sehr beweglich und aggressiv und selbst für einen Predator ein gefährlicher Feind (grafische Darstellungen siehe Anhang 6, manche Einzelheiten sind nicht gesichert).
Auffällig auch: als Detective Harrigan diese Zeichnungen vorgelegt wurden, erinnerte er sich daran, 1997 im Raumschiff des von ihm getöteten Predators den Schädel eines dieser Wesen gesehen zu haben, der offenbar eine Trophäe darstellte. Da sich für 1997 oder die jüngere Vergangenheit kein Auftreten solcher Wesen auf der Erde nachweisen liess, ist es möglich, dass der Schädel von einer anderen Welt stammt.
Es sieht so aus, als hätten die Predator diese anderen Aliens gezielt zur Erde gebracht, um sie hier zu züchten und dann gegen sie anzutreten. Dabei spielten die Menschen die makabre Rolle von Wirten, in deren Körpern sich die Schlangenwesen entwickelten (Details siehe Anhang 7). Dieser Vorgang wurde in eine Religion eingebettet, in der Predator die Götter waren und die menschlichen Wirte ihre Opfer, was sich in einem Zyklus von einhundert Jahren wiederholte, also zuletzt 2004, davor 1904 usw.
Die ausserhalb dieses Zyklus liegenden Aktivitäten von 1987 und 1997 können alle möglichen Gründe haben wie etwa private Jagd-„Ausflüge“, Wettbewerbe oder eine Art Gladiatorensport. Auch ist es möglich, dass die Predator keine homogene Gruppe bilden, sondern verschiedene Gruppierungen unabhängig voneinander die Erde besuchen.
Weyland Corporation hat bisher keine Informationen über Ereignisse vor dem Jahr 2004, die mit Predators im Zusammenhang stehen, da diese von der US-Regierung für „top secret“ erklärt wurden. Man muss allerdings davon ausgehen, dass Weyland als High-Tech-Konzern automatisch Interesse an den Möglichkeiten hat, die sich aus Kenntnissen dieser Art ergeben, ebenso, dass Charles Weylands Familie und Freunde aus persönlichen Gründen mehr wissen wollen. Umgekehrt versucht die US-Regierung weiterhin, an alle Informationen zu diesem Thema heranzukommen.
Also werden sich mindestens diese beiden Parteien nun einen Informations-Wettlauf liefern. Falls es nicht einer Seite gelingt, durch einen erfolgreichen Datendiebstahl die Oberhand zu gewinnen, wird am Ende wahrscheinlich eine widerwillige Partnerschaft stehen, in der man Informationen austauscht.
Des weiteren besteht die Möglichkeit, dass diese Daten unbeabsichtigt an Dritte gelangen. Es ist allerdings zweifelhaft, ob dies ohne konkrete Beweise in der Öffentlichkeit einen Effekt haben wird. Der Südpol und die Antarktis allgemein sind bereits von zahlreichen Legenden und Verschwörungstheorien umrankt (vgl. z. B. Wikipedia, Stichwort „Neuschwabenland“ und damit verbundene Artikel), die bisher nicht zu einer näheren Untersuchung geführt haben, weil sie zu albern sind.
Ernster zu nehmen sind die Aufzeichnungen anderer Satelliten. Sowohl die Wärmebilder der Pyramide selbst als auch der Hitze- und Strahlungsausbruch bei ihrer Zerstörung sind von mehreren staatlichen und privaten Satellitensystemen erfasst worden. Auch wenn es durch eben diese Zerstörung keine materiellen Beweise mehr gibt, bleiben das zumindest kurzfristig erhöhte Strahlungsniveau und die seismischen Erschütterungen. Auch die Anwesenheit der Weyland-Expedition ist nicht zu verheimlichen.
Wenn man nicht direkt auf eine ausserirdische Spezies tippt, weil dies für viele Leute immer noch unglaubhaft klingt, wird man auf eine von Menschen herbeigeführte Ereigniskette schliessen. Mr. Weyland galt als ein „Pionier der modernen Robotik“ und die Kombination aus seiner persönlichen Anwesenheit, seinem offiziell ungeklärten Tod und einer nuklearen Explosion in einer der abgelegensten Regionen der Erde genügt bereits, um vielen Menschen einen Schauder über den Rücken zu jagen. Eine mögliche Folgerung wäre, dass Weyland in der Antarktis geheime Waffenversuche unternommen hat, sei es auf eigene Faust oder im Auftrag einer Regierung. Da aber jede Regierung der Welt weiss, dass es nicht in ihrem Auftrag geschah, wird sie potenziell alle anderen Regierungen verdächtigen. Konzerne, die sich mit dem Thema befassen, werden sich analog verhalten, von Privatpersonen organisierte Peer-to-Peer-Netzwerke ebenfalls.
Die einzige Hoffnung bestünde darin, dass sich ein derartiges Ereignis nicht wiederholt und das Interesse allmählich einschläft. Zwar ist die Pyramide in der Antarktis zerstört und damit der Zyklus wahrscheinlich unterbrochen, doch können wir es uns nicht leisten, allein auf eine solche Hoffnung zu setzen. Wir müssen davon ausgehen, dass die Predator zurückkehren. Es ist lediglich eine Spekulation, dass die Ereignisse von 1987 und 1997 auf einen zweiten, nämlich zehn Jahre dauernden Zyklus verweisen, aber wenn dies zutrifft, dann werden wir noch in 2007 erneut mit solchen Begegnungen konfrontiert werden.
- allgemeine Ignoranz? Wird mit jedem weiteren Kontakt unwahrscheinlicher, da immer mehr Menschen in die Ereignisse verwickelt werden und immer mehr irdische Technik und Energie eingesetzt werden, was früher oder später zuviel Aufmerksamkeit erregt, nach dem Prinzip des letzten Tropfens, der das Fass zum Überlaufen bringt. Ein Beispiel, wie dies mit heutigen Mitteln geschehen könnte: In der Region Darfur (Sudan) tobt seit Jahren ein Bürgerkrieg, der Züge von Völkermord aufweist. Man muss sich nicht mehr persönlich dorthin begeben, um das zu sehen, sondern die Satellitendaten von „Google Earth“, verlinkt mit den Artikeln der Wikipedia, ermöglichen es, das Geschehen vom heimischen PC aus zu verfolgen (Quelle: „Spiegel online“ vom 11.04.2007, zusätzlicher Artikel in Englisch vom 12.04.2007). Wären bei diesem Dienst schon 2004 so viele Informationen verfügbar gewesen, bräuchten wir über Geheimhaltung nicht mehr zu reden. Bei zukünftigen Kontakten könnte sich die Nachricht auf diesem Weg sogar schneller verbreiten als über Regierungskanäle
- allgemeine Panik? Möglich, aber nicht zwingend. Auch wenn sich nicht abschätzen lässt, was bei einem offiziell bestätigten Erstkontakt passieren würde, hat sich die Menschheit in ihrer bisherigen Evolution doch als erstaunlich resistent gegen jede Art von Bedrohung erwiesen. Man zitiert gerne das Beispiel von 1938, als Orson Welles den Roman „Krieg der Welten“ als Hörspiel vertonte und damit eine Panik auslöste, heute jedoch ist die Welt eine andere. Sowohl die Science-Fiction-Kultur als auch die tatsächliche Entwicklung von Raumfahrt- und anderen Technologien haben das Bewusstsein der Menschen verändert. Eine mögliche ausserirdische Bedrohung löst heute weniger Panikanfälle aus als vielmehr den Ruf nach Waffen, die einer solchen Situation angemessen wären. Bildlich gesprochen, haben Kampfroboter eine höhere Priorität als Evakuierungspläne
- eine durch diese Bedrohung geeinte Menschheit? Muss leider als Utopie bezeichnet werden. Spaltungen innerhalb der Menschheit würden sich auch durch einen direkten Angriff von aussen nicht beseitigen lassen. Stattdessen würden zahlreiche Gruppierungen versuchen, aus dieser Lage einen Vorteil zu ziehen, indem sie sich z. B. mit den Aliens gegen andere Menschen verbünden oder indem sie „nur“ deren Verteidigung sabotieren. Ob sie damit ihre individuellen Ziele erreichen würden, ist offen, sicher ist aber der Schaden, den ein solches Verhalten der Menschheit als Ganzes zufügen würde.
Für derartigen Leichtsinn gibt es historische Beispiele. Es erscheint nicht ohne Ironie, dass die Pyramidenreligion der „antarktischen Gruppe“ der Predator in einer entstellten Version im Reich der Azteken überlebte, bis sie 1521 von den Spaniern ausgelöscht wurde. Ausgerechnet dort nämlich machten einige Stämme den Fehler, sich mit den Conquistadores zu verbünden, weil sie glaubten, sich dadurch von der Unterdrückung durch die Azteken befreien zu können. Kaum jedoch hatten die Spanier den Sieg errungen, überzogen sie ihre früheren Verbündeten ebenso mit Völkermord, wie sie es mit den Azteken taten.
Diese Analogie lässt sich auch noch weiterführen. Die Indios waren nicht zwangsläufig zur Niederlage verdammt. Selbst die eisernen Brustpanzer der Spanier konnten von aztekischen Speerschleudern durchschlagen werden und es hätte nicht viel gefehlt, so wäre die „noche triste“ (traurige Nacht) vom 30. Juni 1520, in der Cortez nur knapp der völligen Vernichtung entging, das Ende gewesen.
Ähnlich sind wir heute in der Lage, zumindest einzelne Predator zu töten. Im Folgenden soll eine mögliche Bekämpfung skizziert werden.
Die in westlichen Streitkräften übliche Gewehrpatrone .223 Remington (5,56 x 45 mm) hat sich schon im „normalen“ Krieg als zu schwach erwiesen, erst recht bei einem Einsatz gegen Aliens (s. Bericht über den Kontakt 2004), die in Pistolen und Maschinenpistolen verwendete 9 x 19 mm ebenfalls.. Es wird dringend empfohlen, für Langwaffen mindestens die neu entwickelte Patrone 6,8 mm SPC zu benutzen, besser noch die ältere, aber bewährte .308 Winchester (7,62 x 51 mm). Für die letztere gibt es eine Reihe zuverlässiger Gewehre (US-amerik. M 14, dtsch. HK 417, belg. FN SCAR), Maschinengewehre (belg. FN Mk. 48) und Scharfschützenwaffen.
Die russische Patrone 5,45 x 39 mm ist beachtenswert, da sie trotz ihres kleineren Kalibers imstande ist, Panzerstahl zu durchschlagen und grossflächige Gewebezerstörungen zu verursachen. Verwendet in Gewehren vom Typ AK 74 sowie einigen anderen Kalaschnikow-Versionen, sowohl als Sturmgewehr wie auch als Maschinengewehr.
Die kleineren Kaliber für PDWs (belg. 5,7 x 28 mm für die FN P90, dtsch.. 4,6 x 30 mm für die Heckler & Koch MP7) können in Erwägung gezogen werden, nicht als Hauptwaffe, da ihre Stoppwirkung zu gering sein dürfte, jedoch anstelle einer herkömmlichen Pistole.
Trommelrevolver: Seit den 1980er Jahren haben Offiziere im Einsatz mehrfach ihre dienstlich gelieferte 9 mm-Pistole gegen einen .357 Magnum-Revolver ausgetauscht. Ob diese oder auch stärkere Revolverpatronen gegen den neuen Feind etwas nutzen, wissen wir allerdings nicht. Vorsicht ist geboten.
Granatwerfer in 40 mm (US-amerik. M 203, dtsch. AG 36) sowie Granatmaschinenwaffen sollten zur Standardausrüstung gehören.
Grosskalibrige Maschinengewehre und Scharfschützengewehre in .50 BMG (12,7 x 99 mm) wären ebenfalls nützlich. Während des Irakkrieges von 2003 verwendeten US-Truppen für dieses MG ein neu entwickeltes Geschoss, den sog. „Tungsten-Penetrator“, der z. B. T 55-Kampfpanzer glatt durchschlug. Allerdings dürfte es schwierig sein, derartige Munition zu beschaffen, da die US-Produktion ausschliesslich an die eigenen Streitkräfte geht und eine russische oder chinesische Kopie bisher fehlt.
Ebenfalls interessant ist ein noch relativ junges Waffensystem, das Scharfschützengewehr „Chey Tac“ der gleichnamigen Firma im Kaliber .408, dessen Geschoss den älteren .50ern wegen seiner besseren Flugeigenschaften in Reichweite und Treffsicherheit überlegen ist.
Infanterie-Raketen müssen unbedingt vorhanden sein, des weiteren Aufklärungs- und Kampfroboter.
Optische Zielhilfen aller Art müssen erst erprobt werden, da wir nicht wissen, welche von ihnen gegen die Aliens wirksam sind. So ist wahrscheinlich ein Restlichtverstärker gegen einen getarnten Predator nutzlos, Wärmebildgeräte dagegen einen Versuch wert.
Sonstiges: Das Wearable-Computing-System der Predator hat eine Schwäche, denn es ist gegen Nässe empfindlich. Einfaches Wasser könnte daher nützlich sein, um den Gegner zumindest zu schwächen. Zum gleichen Zweck sollten auch EMPs (Elektro-Magnetische Pulse), Laser und Beschuss mit gebündelten Mikrowellen in Erwägung gezogen werden.
So seltsam es klingen mag, sind Blankwaffen nicht von vornherein ausgeschlossen. Im zweiten Weltkrieg erlebten US-Soldaten im Pazifik, dass japanische Schwerter imstande waren, z. B. ein schweres Maschinengewehr Browning M2HB mit einem Schlag in zwei Teile zu schneiden. An originale japanische Waffen heranzukommen, hat sich jedoch als schwierig erwiesen, daher muss man sich anderweitig umsehen. In Mitteleuropa z. B. lebt ein Schwertschmied, der so gut ist, dass sogar einige Japaner von ihm lernen wollen und in Schweden gibt es noch einen Mann, der klassische Wikingeräxte von Hand herstellt.
Waffen dieser Qualität sollten einen Predator im Nahkampf zumindest verletzen können. Bei den Schlangenwesen ist dies jedoch wegen ihres Säure-Bluts nicht ratsam, sie dürfen nur aus der Distanz bekämpft werden.
Westen: Wir wissen nicht, ob es irgend einen Körperschutz auf der Erde gibt, der imstande ist, den Waffen eines solchen Gegners standzuhalten. Es wäre jedoch leichtsinnig, gar keinen zu beschaffen und er sollte nach deutschen Standards getestet sein, denn nach US-Standard wird eine Weste im Test nur einmal beschossen, in Deutschland aber fünfmal. Daher ist Material mit der höchsten deutschen Einstufung („Schutzklasse IV“) das Beste, was man bekommen kann.
Helme: Da der Fortpflanzungszyklus der Schlangenwesen allem Anschein nach darauf beruht, den Embryo oral in den menschlichen Wirt einzubringen, ist ein Helm mit Mundschutz unverzichtbar.
ABC-Schutzausstattung: Muss vielleicht nicht ständig am Mann sein, sollte aber auf jeden Fall bereitgestellt werden.
Herkömmliche Tarnbekleidung: Gegenüber Predators wertlos, da sie dank ihrer Ausrüstung im Infrarotbereich sehen können. Dagegen schaffte es Major Schaefer 1987, der feindlichen Ortung zu entgehen, indem er sich am ganzen Körper mit kühlendem Schlamm einrieb. Bereits laufende Entwicklungen von Tarnanzügen, die durch veränderte Wärmeabgabe die Infrarotortung erschweren, erscheinen daher von besonderem Interesse.
Kampf- und Schützenpanzer haben sich, ebenso wie Artillerie, schon im Kampf gegen menschliche Feinde als beinahe wertlos erwiesen. Man nehme die Erfahrungen regulärer Streitkräfte in Tschetschenien, Libanon, Afghanistan und Irak und erhöhe die Beweglichkeit des jeweiligen Gegners um den Faktor Zehn. Ergebnis: eine Niederlage schwerer Truppen ist vorprogrammiert, weil die Panzerung gegen die Waffen eines solchen Feindes nicht schützt, sondern nur die eigenen Fahrzeuge schwerfällig macht.
Boden: Leichte, geländegängige Fahrzeuge mit infanteristischer Bewaffnung nach den oben aufgestellten Kriterien. Ausserdem Sonderfahrzeuge für Einzelfälle (Polarregion etc.).
Wasser: Schiffe von mittlerer Grösse, wenn verfügbar, auch Unterseeboote. Für Kurzstrecken Hovercrafts.
Luft: Helikopter für Aufklärung, Kampf und Transport, ggfs. Flugzeuge für längere Strecken und Schwerlasttransporte. US-amerikanische Hybridmaschinen V-22 „Osprey“ kommen ab September 2007 im Irak zum Einsatz und wir sollten beobachten, ob sie sich in der Praxis bewähren.
Dieser Entwurf stützt sich bewusst nur auf Material, das schon vorhanden ist und unter Einsatzbedingungen getestet wurde. Weitergehende Entwicklungen wie etwa die US-amerikanischen „Future Force Warrior“- bzw. „Future Warrior“-Projekte und anderes werden noch auf Jahre hinaus nicht zur Serienreife gelangen und können daher ignoriert werden.
Frühzeitige Aufklärung ist natürlich ebenso von Bedeutung. Die bereits im Orbit installierten Weltraumteleskope „Hubble“, „Spitzer“ und „Corot“ oder das irdische „VLT“ (Very Large Telescope) in Chile sind zwar nicht ausdrücklich dafür geschaffen, könnten uns jedoch helfen. Auch die für 2008 vorgesehenen Starts der neuen Teleskope „Herschel“ (ESA) und „Kepler“ (NASA), sowie eines russisch-chinesischen Teleskops sind begrüssenswert.
Allerdings sind unsere Kapazitäten im All äusserst begrenzt. Die Raumfahrtindustrien der Erde produzieren unter Hochdruck und man zieht mittlerweile sogar Studenten heran, um weltraumtaugliches Gerät zu entwickeln, dennoch ist das bisher Geschaffene kläglich im Vergleich zu den Anforderungen.. Ein Beispiel: Allein die bis heute erteilten Aufträge für Satellitenstarts erfordern noch mehr als eine Jahresproduktion an Raketen, hier kann man also keine weitere Unterstützung erhoffen, eher im Gegenteil, denn um die Aufträge abzuarbeiten, werden sogar russische ICBMs so umgebaut, dass sie keine Waffenträger mehr sind, sondern Fracht in den Weltraum befördern. Beispiele hierfür sind die experimentellen Sonnensegel-Träger der „Planetary Society“, die Testmodule für Bigelows private Raumstation und mehrere russische Satellitenstarts. So wichtig die aus diesen Projekten, ja sogar aus den Fehlschlägen gewonnenen Erkenntnisse auch sind, wir müssen uns darüber klar sein, dass jeder derartige Raketenstart das militärische Potenzial der Erde verringert.
Zum anderen ist Raumfahrt noch immer eine körperliche Höchstleistung, der nur wenige Menschen gewachsen sind (vgl. dazu medizinische Daten aus der allgemeinen Luft- und Raumfahrt) und wir haben nicht genug Roboter, um diesen Job zu übernehmen. Schon ein einfacher Strahlungsausbruch der Sonne beeinträchtigt unsere Elektronik, kann Leben gefährden und ruft vielleicht sogar eine erhöhte Zahl an Mutationen hervor. Auf absehbare Zeit gibt es dagegen keinen Schutz.
2004 gelang es Dr. Woods in begrenztem Unfang, beide Spezies gegeneinander auszuspielen. Sie erreichte damit wahrscheinlich das Menschenmögliche.
Predators: Man kann sie nicht als Soldaten betrachten, die mit einem bestimmten Auftrag operieren und anschliessend wieder nach Hause zurückkehren. Sie sind vielmehr Krieger im ursprünglichen Sinn, die nicht aus materiellen Bedürfnissen kämpfen, sondern für Trophäen, für Stolz und Ehre oder allenfalls noch, wenn man sie provoziert. Dies liefert den bisher einzigen Ansatz für eine mögliche Kommunikation.
Schlangenwesen: Sie sind Tiere, die nur ihren Instinkten gehorchen und der dominierende Instinkt ist die Jagd nach Wirten zur Fortpflanzung. Eine Verständigung ist unmöglich, eine indirekte Beeinflussung ihres Verhaltens denkbar, aber niemand weiss, wie sie aussehen könnte.
Wir sind noch längst nicht imstande, den Predators auf gleicher Augenhöhe gegenüber zu treten und gegen die Schlangenwesen haben wir vielleicht gar keine effiziente Waffe. Falls eine oder auch beide Spezies zurückkehren, werden wir das erst erfahren, wenn sie schon mindestens einmal zugeschlagen haben. Das beste Ergebnis, das wir erhoffen können, ist eine Schadensbegrenzung.
Verfasst von: Klaus Gieg [klausgieg@yahoo.de], 26. April 2007