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Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt

Hintergrund

Gepriesen als Meisterwerk des Science-Fiction und Horrors kam ALIEN am 26. Oktober 1979 in die deutschen Kinos und wurde ein Riesenerfolg. Die spannende düstere Atmosphäre fesselte die Zuschauer und der Erfolg des Filmes konnte höchstens mit Stücken wie Star Wars oder 2001 verglichen werden. Im Gegensatz zu den glänzenden Utopien früheren Filmen stellte ALIEN eine düstere und trostlose Zukunft in Aussicht. Die Geschichte stammt von Dan O'Bannon, der von alten schwarz-weiß Filmen wie etwa "It: The Terror From Beyond Space" dazu inspiriert wurde oder dem Roman von A.E. van Vogt "Expedition der Space Beagle". Die Aliens wurden von Hans Rudi Giger entworfen, einem surrealistischen schweizer Maler, der mit seinen bizarren Kombinationen des menschlichen Körpers mit mechanischen Geräten den Zuschauer mit vorher nie gesehenen Dingen konfrontierte. Tatsache ist, daß der Zuschauer gerade vom dem erschreckt wird, was er nicht sieht. Um diesen Effekt zu erzielen (und damit man den Mann im Anzug nicht erkennt), läßt Regisseur Ridley Scott das Alien immer im Schatten, stellt es nie für längere Zeit im Hellen dar und läßt es immer aus dem Nirgendwo erscheinen. Im ganzen Film ist es vielleicht für ein Zwanzigstel der Zeit zu sehen. Es wurden bis jetzt 3 Fortsetzungen gedreht und ähnliche Geschichten fanden in viele andere Filme Einklang. In neuster Zeit zum Beispiel in "Species". Was die meisten dieser Zuschauer nicht realisieren können, ist die Tatsache, daß nicht das Monster im Mittelpunkt steht oder die Personen, die damit zu tun haben, sondern das Verhältnis zwischen ihnen. Sicher, das Alien ist die treibende Kraft der Geschichte, aber ohne die liebenswerten und gut geschriebenen Personen bleibt nur ein Kerl im Gummianzug übrig, der eine Menge Leute tötet, die einem scheißegal sind. Alien war an allen Fronten erfolgreich. Es wird ein liebenswerter Haufen von Menschen dargestellt, der auf eine besondere Art und Weise miteinander verbunden ist. Später wird der Zuschauer damit konfrontiert, daß sie alle - einer nach dem anderen - niedergemetzelt werden, durch ein unaufhaltbares schreckliches Monster.

Dieser Film ist eine Meisterleistung an Science-Fiction und Horror und wurde zum internationalen cineastischen Durchbruch für die Hauptdarstellerin Sigourney Weaver. Die düstere, befremdende Stimmung, die der Regisseur, Ridley Scott, erzielt und das Alien von H.R.Giger erzeugen eine fesselnde Atmosphäre wie in kaum einem anderen Exemplar des Genres.

Perfekt gemachter Science-Fiction-Thriller um sieben Menschen, die in der klaustrophobischen Atmosphäre ihres Raumschiffes von einem unheimlichen Wesen bedroht werden. Es ist nicht leicht, sich der Wirkung dieser Zeiluloid-Geisterbahn zu entziehen, die über die Unterhaltungsfunktion hinaus keinen höheren Anspruch erhebt, diese Funktion aber exakt erfüllt. Wolfgang J. Fuchs "Ein inter-galaktischer Horrortrip, der auf der Zeichenplatte des Schweizer Bildhauers und Malers H.R.Giger entstand. Der entwickelte jene seltsamen, fremdartigen, bedrohlich wirkenden Gebilde und Wesen, mit denen die Besatzung eines kommerziellen Raumschiffes während ihrer Rückkehr zur Erde konfrontiert wird. Ein Monster sorgt schließlich an Bord dafür, daß es zugeht wie bei Agatha Christies "Zehn kleine Negerlein". Ein riesiges Spannungsding, ein Science-Fiction-Western-Krimi voller Phantasie und Raffinesse. tip Mäßig interessantes, zeitweise von ein wenig Spannung beseeltes, dann höchst unappetitliches Science-Fiction-Horror-Spektakel. Sehr begrenztes Vergnügen durch (optisch) aufwendige Produktion. Fazit: Viel PR um nichts. W.O.P. Kistner "So ist etwa Ridley Scotts "Alien - das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt" der perfekte Horrorfilm unter den SF-Filmen der letzten Jahre. Der Ausgangspunkt, die Suche nach Bodenschätzen im Weltraum und deren Rücktransport, wird zum Anlaß für eine Zehn-kleine-Negerlein-Geschichte, deren Schrecken dadurch erhöht werden, daß der Alien, das Fremdwesen, meist nur so kurz oder undeutlich zu sehen ist, daß es in der Phantasie des Betrachters schauerlicher zu werden beginnt als es bei Tageslicht besehen vielleicht wäre. Die Perfektion dieses Films ist nicht zuletzt auch eine Folge davon, daß Regisseur Ridley Scott wie Spielberg oder Lucas oder Hitchcock nicht nur mit einem Drehbuch arbeitete, sondern mit einem ausgefeilten Storyboard."Der Phantastische Film" von Rolf Giesen, Ebersberg 1983

Szenen, die der Schere zum Opfer fielen

Technische Probleme

Gerüchte

Mitwirkende

Verleih
20th Century Fox

Regie

Ridley Scott

 

Rollen

Tom Skerritt .... Dallas
Sigourney Weaver .... Ripley
Veronica Cartwright .... Lambert
Harry Dean Stanton .... Brett
John Hurt .... Kane
Ian Holm .... Ash
Yaphet Kotto .... Parker
Bolaji Badejo .... 'Alien'
Helen Horton .... Mother

Kamera
Derek Vanlint

Musik
Jerry Goldsmith

Drehbuch
Walter Hill
Thilo Timothy Newman

Dan O'Bannon
Ronald Shusett

Design
Hans Rudi Giger
Roger Christian
Leslie Dilley
Anton Furst
Micheal Seymour

Kostüme
John Mollo


Aliens - Die Rückkehr

Hintergrund

1986 kam der zweite Teil in die Kinos. Nachdem viele Leute behauptet hatten, es wäre unmöglich, wurde eine Fortsetzung gedreht, die die Konkurrenz mit dem Vorgänger nicht zu scheuen braucht. Im Gegenteil: sie übertrifft den Orginalfilm um einiges. Drehbuchautor und Regisseur James Cameron der die Zuschauer schon mit dem "Terminator" begeistert hatte, führte die Geschichte in eine neue Richtung, indem er einen Film schuf, der alle Orginal-Elemente von ALIEN hat (Atmosphäre), aber außerdem noch eine Dosis Non-Stop-Action. Wie der Titel schon verspricht, geht es diesmal um mehrere Aliens und der Film führt den Zuschauer in Gegenden, die im Original nicht vorkommen (zumindest in der veröffentlichten Version). In Wahrheit hatte Cameron die geniale Idee vom Lebenszyklus der Aliens. Damit schuf er die Grundlage für Dutzende von Comics, Büchern und Videospielen. Seine Idee die Aliens mit Insekten der Erde oder mit Bienen zu vergleichen, die Königin und ihre parasitenähnliche Natur läßt die Aliens mehr wie riesiges Ungeziefer erscheinen. Das schürt die Furcht vieler Leute und verleugnet auch nicht das Geschehen im vorangegangenen Teil. Wegen der Vervielfachung der Aliens, macht Cameron auch Ripley stärker und vergrößert ihre Ängste und Hoffnungen, womit er sie klar als treibende Kraft hinter dem Film etabliert. Während sie immer noch die starke unabhängige Frau des ersten Teils ist, wird sie nun auch in einer "Mutterrolle" gezeigt, als sie sich um einen anderen Newt kümmert. Sigourney Weavers fantastische Leistung brachte ihr eine Oskarnominierung - eine Riesen-Belohnung für eine Rolle in einem Science Fiction. Anders als bei den meisten anderen "Fortsetzungsfilmen" wird in ALIENS die Orginal-Geschichte um neue Ideen und Themen erweitert. Die Kombination von starken Charakteren, Non-Stop-Action und die guten Special Effects lassen den Film ohne Zweifel als Sci-Fi-Klassiker in die Geschichte eingehen. Statt Stimmung und Gangart des Erstlings zu kopieren, setzt Regisseur Cameron auf seine besondere Begabung: furiose Action, phantastische Tricks, sekundenschnelle Schnitte und eine unheimliche Kameraführung ­ eine futuristische Sinfonie des Grauens.

Szenen, die der Schere zum Opfer fielen

(Dieser Abschnitt bezieht sich auf ALIENS Special Edition. )

Technische Probleme

Logikfehler

Gerüchte

Mitwirkende

Verleih
20th Century Fox

Regie

James Cameron

 

Rollen

Sigourney Weaver .... Ellen Ripley
Carrie Henn .... Rebecca "Newt" Jorden
Michael Biehn .... Corporal Dwayne Hicks
Paul Reiser .... Carter Burke
Lance Henriksen .... Bishop
Bill Paxton .... Private Hudson
William Hope .... Lieutenant Gorman
Jenette Goldstein .... Private Vasquez
Al Matthews .... Sergeant Apone
Mark Rolston .... Private Drake
Ricco Ross .... Private Frost
Colette Hiller .... Corporal Ferro
Daniel Kash .... Private Spunkmeyer
Cynthia Scott .... Corporal Dietrich
Tip Tipping .... Private Crowe

Kamera
Adrian Biddle

Musik
James Horner

Drehbuch
James Cameron
David Giler
Walter Hill

Design
Peter Lamont

Kostüme
Emma Porteus

Alien-Effekte
Stan Winston


Alien III

Hintergrund

Entweder du haßt ihn, oder du liebst ihn. ALIEN 3 ist der umstrittendste Film der Serie. Eigentlich ist es ein Wunder, daß der Film überhaupt das Licht der Welt entdeckt hat. Nach dem Erfolg von ALIENS 1986 begann die Twentieth Century Fox damit die nächste Folge zu planen. Unglücklicherweise war man sich nicht einig, welches Drehbuch man verfilmen sollte. Drehbücher und Handlungen von den verschiedendsten Autoren gingen durch die Hände der Produzenten, aber keins kam weiter. Einige der Ideen bezogen alles mögliche mit ein: von genetisch manipulierten Aliens, die über ein Ghetto herfallen ging es bis zu einem "Kalten Krieg"-Drehbuch, das von William Gibson geschrieben wurde und auf einer Raumstation spielt. Nach dem Einstellen und Feuern von Dutzenden von Drehbuchautoren und Regisseuren, wurde das endgültig zwölfte (!) Drehbuch von David Giler, Walter Hill und Larry Fergusen geschrieben. Es war eine Mischung der Ideen von den früheren Drehbüchern. Die nächste unglaubliche Entscheidung war die, den jungen Musikclip-Reggiseur David Fincher zu engagieren - einen Mann ohne frühere Film-Erfahrung. Das Ergebnis wird von einigen brillant genannt und von anderen als totaler Schwachsinn abgetan. Die Handlung nimmt eine unerwartete Wendung, indem alle Überlebenden von ALIENS bei einer Bruchlandung innerhalb der ersten Minuten getötet werden, mit Ausnahme von Ripley. Außerdem gibt es nur ein Alien. Das Ergebnis ist ein trüber dunkler Film, der zu der Spannung und dem Tempo von ALIEN zurückkehrt, anstatt zu den actionreichen Sequenzen von James Camerons Folge. Die Zuschauer waren ohne Zweifel enttäuscht. ALIENS hat die Serie so drastisch geändert, indem es actionreicher war, interessante von den Zuschauern geliebte Personen schuf und den Alien-Mythos erweiterte, daß die Rückkehr zu einem Film mit nur einer Kreatur, wenigen Personen und keinen Waffen um zu kämpfen, die Zuschauer schnell langweilte. Im Film schließlich gibt es nichts neues, außer vielleicht, daß die Aliens auch Tiere befallen können. Trotz all dem oben genannten, kann man sagen, daß ALIEN 3 ein guter Film war. Trotz der Logikfehler in der Handlung und der Atmosphäre retten die Special-Effects und Sigourney Weavers exzellente Schauspielerei den Film vor dem Untergang. David Fincher ist ziemlich talentiert und er hat seinen Job mit dem ihm zur Verfügung gestellten Drehbuch ziemlich gut gemacht. Wenn man jemand dafür verantwortlich machen kann, daß es kein besserer Film geworden ist, dann das System von Hollywood, das den Film durch die Produktions-Hölle schickte, anstatt eine Handlung zu schaffen, die die Ideen und Personen der früheren Folgen erweitert. Schon zweimal hatte sich Weltraum-Offizier Ellen Ripley (Sigourney Weaver) der Alien-Monster erwehrt. Jetzt verschlägt sie eine Notlandung auf einen von der Welt vergessenen Sträflingsplaneten, wo glatzköpfige Schwerverbrecher mehr schlecht als recht nach den Regeln eines Mönchsordens leben. Als einzige Frau hat Ripley hier einen schweren Stand ­ und der Killerorganismus aus dem All ist auch schon da. Nach und nach dezimiert er die unbewaffneten, wehrlosen Koloniebewohner. Den größten Schock aber versetzt Ripley die Erkenntnis, daß sie schwanger ist: Heimlich wurde ihr der Embryo eines Aliens eingepflanzt. Legte der zweite "Alien"-Film verstärkt Wert auf waffenstarrende Action, bezieht der Nachfolger (wie schon das Original) seine Spannung aus der ständigen Gegenwart einer meist unsichtbaren Bedrohung. Wie alle Teile trägt auch "Alien 3" den persönlichen Stil seines Regisseurs; hier ist es David Fincher. Der damalige Kino-Debütant drehte inzwischen mit "Sieben" den nihilistischsten Horrorthriller der letzten Jahre. Regisseur des vierten Teils (seit 27.11. im Kino) ist Jean-Pierre Jeunet. Wer seine makabre Komödie "Delicatessen" schätzt, kann sich auf "Alien ­ Die Wiedergeburt" freuen.

Szenen, die der Schere zum Opfer fielen

Technische Probleme

Logikfehler

Gerüchte

Mitwirkende

Verleih
20th Century Fox

Regie

color="#00FF00">David Fincher

 

Rollen

Sigourney Weaver .... Ellen Ripley
Charles Dutton .... Dillon
Charles Dance .... Clemens
Paul McGann .... Golic
Brian Glover (I) .... Andrews
Ralph Brown (I) .... Aaron
Daniel Webb (I) .... Morse
Christopher John Fields .... Rains
Holt McCallany .... Junior
Lance Henriksen .... Bishop II
Christopher Fairbank .... Murphy
Carl Chase .... Frank
Leon Herbert .... Boggs
Vincenzo Nicoli .... Jude
Pete Postlethwaite .... David

Kamera
Alex Thomson

Musik
Elliot Goldenthal

Drehbuch
Larry Ferguson
David Giler
Walter Hill

Handlung
Vincent Ward

Design
Norman Reynolds

Kostüme
David Perry
Bob Ringwood


Alien - Die Wiedergeburt

Handlung

Die Handlung findet etwa 200 Jahre nach ALIEN 3 statt. Im Mittelpunkt stehen ein paar Söldner oder Piraten, die insgeheim mit Wissenschaftlern die Aliens erforschen. Die Piraten sorgen für die Wirte und die Wissenschaftler für die Gesichtsklammrer. Um eine Königin zu kriegen, wird Ripley durch Klonen zurückgebracht. Ein Nebeneffekt des Klonens gibt ihr einige Alien-Eigenschaften: mehr Geschwindigkeit, Beweglichkeit und Kraft, genauso, wie einen inneren Konfilkt zwischen ihren Moralvorstellungen der Menschen und der Aliens. Der einzige Grund, warum die Wissenschaftler sie nicht töten, ist daß sie sich an Teile ihres früheren Lebens und an ihre Erfahrungen erinnern kann, was eigentlich unmöglich sein sollte. Von den neu vorgestellten Personen ist besonders eine junge Piratin interessant, die eine eigene geheime Vergangenheit hat. Die Handlung spielt sich auf einem Raumschiff ab, das unterwegs zur Erde ist. Es wird ein Rennen gegen die Zeit, um die Aliens daran zu hindern, ihr Ziel zu erreichen.

Im vierten Teil bleibt alles anders: Die Aliens mutieren, sie gehen aufrecht und spucken Säure. Und Ripley ist auch nicht mehr ganz die Alte. Nachdem beim letzten Treffen gerade anderthalb Exemplare ihre häßlichen Häupter reckten, herrscht jetzt wieder Alien-Getümmel. Manche bersten aus alter Gewohnheit noch durch Schädeldecken und Brustkörbe, die neue Generation kann tauchen, Säure spucken, aufrecht gehen, Mutationen gebären. Nichts aber bereitet uns auf ihren ersten Auftritt vor: Eingesperrt von Forschern und Militärs, die wie dumme Karikaturen antreten und diese klugen Kreaturen domestizieren wollen, könnten sie einem fast leid tun. Doch da sei ihr bewährter Killerinstinkt vor. Schreck laß nach! Und nur gut, daß mit dem Leben des ersten Wissenschaftlers auch gleich der Verdacht ausgelöscht wird, Regisseur Jean-Pierre Jeunet habe die existentialistischste aller SF-Serien ausgerechnet mit skurrilem Humor reanimieren wollen.

Vielmehr scheint "Alien ­ Die Wiedergeburt" eine These zu untermauern, die Lieutenant Ellen Ripley am Ende von "Alien 3" in den Opfertod trieb: Menschen sind die wahren Bestien. Immer wieder verleiht die famose Frau, die in den vergangenen 18 Kino-Jahren wuchs, litt und abhärtete wie keine andere Serienfigur, ihrer Abscheu für die eigene Rasse Ausdruck. Gezüchtete Wut. Löst doch das fintenreiche, fatalistische Skript von Joss Whedon das Problem von Ripleys Neugeburt mit der Prämisse, daß es nach 200 Jahren gelungen sei, aus der DNA der Toten ein Dutzend Klone zu gewinnen. Sie selbst ein Alien, ein Abfallprodukt der Genetik, schmerzresistent, mit Blut wie Batteriesäure.

So kann Ripley (Sigourney Weaver), die jede Form von Furcht abgelegt hat, nur zynisch lachen, als sie erfährt, daß sie mit alten Bekannten und neuen Lämmern auf einem Raumschiff gefangen ist. Aber wo sich die Grundkonstruktion der Story in der Tat kaum von den drei vorherigen Filmen unterscheidet, treibt ihre Doppelrolle bei Rückzugsgefechten und Vorstößen zur eigenen Halbbrut den Film in originäre, metaphysische Ebenen. Verstörend die Sequenz, in der Ripley in einen erotischen Clinch mit der Alien-Queen glitscht; traumatisch der Moment, in dem sie begreift, wie brutal sie ihres Körpers beraubt wurde, als sie sieben gräuslich mißgestaltete Klone trifft. Es wird nicht das letzte Mal sein, daß sie einen Teil von sich töten muß, um ihren Lebenswillen wiederzufinden. "Alien ­ Die Wiedergeburt" balanciert viele Stimmungswechsel aus, was die Handschrift des Regisseurs weniger prägnant macht, als es in dieser monolithischen Serie bisher der Fall war. Dafür kann man verblüfft feststellen, daß Jeunet das Erbgut der ersten drei Filme gekreuzt hat, ohne eine sterile Fortsetzung aus dem Hollywood-Labor zu riskieren. Etliche Parallelen sind vor allem zu James Camerons "Aliens" zu entdecken, doch mit einer sagenhaften Unterwasserjagd inszeniert Jeunet sich bald in seine eigene Adrenalin-Liga. Und sogar der zermürbenden Religiosität von David Fincher zollt er Tribut, als einmal "Vater", das Nervenzentrum des Raumschiffs, angezapft wird, das sich in der Bordkirche befindet. Gott sitzt wieder da, wo er hingehört: im Computer.

Der Teufel steckt indes im Detail. So sehr spektakuläre Effekte, Scope und Dynamik dem "Alien"-Mythos zur Auferstehung verhelfen, so sehr wurde bei allen Nebenfiguren geschludert. Daß die Show Ripley und den Aliens gehört, ist auch ohne die resolute Co-Produzentin Sigourney Weaver gerechtfertigt. Aber mußte der Rest der Gang deshalb zum kalauernden Kanonenfutter gerinnen? Dem Zuschauer ist es egal, wieviele der mitstreitenden Weltraum-Piraten erlegt werden, da sie zu schwach integriert sind, um echte Anteilnahme zu erzeugen. Am undankbarsten ist das für Winona Ryder, die als menschelnder Android an aller Dramatik vorbeihuscht und deren Prominenz ihren Part weit übersteigt. Möge auch sie in Zukunft rehabilitiert werden. Denn Fortsetzung folgt. Unbedingt. Ripley, in "Alien 3" ins Jenseits befördert, lebt: Als Mutter eines Aliens dient sie skrupellosen Wissenschaftlern als Forschungsobjekt in einer Raumkapsel. Sie verbündet sich mit einem Haufen Schmugglern und kämpft wie wild gegen böse Monster und Menschen.Jean-Pierre Jeunet inszeniert ein tricktechnisch aufwendiges Spektakel in imposanter Kulisse. Die digitalen Effekte erschlagen, es fehlt die Seele. Trotz einer superben Sigourney Weaver kommt Langeweile auf.M.K.Jean-Pierre Jeunet greift äußerst effektvoll Versatzstücke aus den vorangegangenen Alien-Filmen auf, fügt eine atemberaubende Unterwasser- verfolgungsjagd im Innern eines Raumschiffs sowie die frischgeschlüpfte Alien-Ripley-Mutation hinzu. Dabei bewegt sich das Ausmaß der Glibber- und Blutspritzereien haarscharf an der Grenze des Jugendverbots. Trotzdem Jeunets Handschrift kaum zu erkennen ist, im Hollywood-Mainstream-Korsett zu wenig Zeit für Innovationen bleibt, ist man anschließend satt und zufrieden. So müssen moderne Monsterfilme aussehen. Gekonnt geklont. IR, tip, 25/97(...) Trotz einiger gelungener Action- und Horror-Sequenzen und Sigourney Weavers faszinierendem Spiel reicht die Fortsetzung keinen Moment an die Dichte des Originals heran. Zoom, 12/97(...) Im Gedächtnis bleiben eine Handvoll Sequenzen, in denen sich Regisseur Jean-Pierre Jeunet samt seinem Sinn für absurden Humor und optische Raffinnesse austoben kann. Ansonsten brüskiert Jeunet sein Publikum mit brutalen Ausfällen und langweilt mit konventionellen Science-Fiction-Versatzstücken. So mag dies zwar eine Wiedergeburt von Ripley und ihrem Lieblings-Alien gewesen sein, eine wirkliche Wiederbelebung der Serie nicht. Fazit: Zwar keine Totgeburt, aber ein Fall für den Brutkasten.

Mitwirkende

Verleih
20th Century Fox

Regie
Jean-Pierre Jeunet

Rollen

Sigourney Weaver .... Ellen Ripley (Number 8)/Number 7
Winona Ryder .... Annalee Call
Dominique Pinon .... Vriess
Ron Perlman .... Johner
Gary Dourdan .... Christie
Michael Wincott .... Elgyn
Kim Flowers .... Hilliard
Dan Hedaya .... Gen. Perez
J.E. Freeman .... Dr. Wren
Brad Dourif .... Gediman
Raymond Cruz .... Distephano
Leland Orser .... Purvis
Carolyn Campbell .... Anaesthesiologist
Marlene Bush .... Scientist
David St. James .... Surgeon

Kamera
Darius Khondji

Alien-Effecte
Alec Gillis
Tom Woodruff Jr.

Andere Special-Effects
All F/X

Musik
Jon Frizzell

Drehbuch
Joss Whedon

Produktion
Gordon Carroll
David Giler
Walter Hill
Andrew MacDonald

//End Informationen zu den Filmen der Alien-Saga//